Nusa Penida – die Freiheit auf dem Roller und meine Grenzerfahrung

Einen Abstecher auf die Nachbarinsel Balis – Nusa Penida – das hatte ich mir fest vorgenommen.

Und so fuhr ich von Sanur aus mit dem Schnellboot nach Nusa Penida. Über die Schnellboote laß ich vorab, dass einige Menschen diese wohl eher schlecht vertragen und da mein Boot am Morgen fuhr entschied ich mich das Frühstück ausfallen zu lassen. Alles halb so wild, die Fahrt war schnell aber angenehm. Auch der Rest an Bord hatte keine Probleme mit der Übelkeit. Manchmal ist es total kontraproduktiv für das eigene Wohlbefinden sich vorher über gewisse Dinge zu belesen…

Angekommen auf der Insel fuhr ich zu meiner Unterkunft, dem Apit Lawang und was soll ich sagen – es war eine traumhafte Unterkunft! Mitten im Grünen standen ein paar Bungalows, es gab ein Freilichtbad und die Sternenlichter bei Nacht waren einfach atemberaubend. Diesen Himmel werde ich nie vergessen. Solche Momente, einfach nur in die Sterne schauen, können mich so zufrieden und dankbar machen. By the way – in Bali “liegt”bzw. “steht” der Mond übrigens, das wurde mir erst auf dieser Reise bewusst, dass der Mond je nach dem an welchem Ort der Erde man sich befindet immer anders steht/liegt.

Mit dem Roller erkundete ich diese Insel. Ja die Straßen sind teilweise schlecht, auch das laß ich vorab. ABER! Man kommt mit dem Roller trotzdem überall lang – vielleicht sollte man einfach seinen Fahrstil etwas anpassen?

Die Insel ist schon überschaubar, also fuhr ich einfach drauf los zum ersten Spot, schon der Weg dahin war super schön! Durch kleine Dörfer, vorbei an Kühen und Hühnern, freundliche Lokals, die grüßen. Manchmal fragten mich Lokals ob ich Hilfe brauche, weil ich am Straßenrand stand und auf mein Handy schaute, das war nicht nur super freundlich sondern brachte mir die totale Entspannung bei dem Gedanken, wenn mein Roller mal eine Panne haben sollte oder mein Handy aus geht etc… Mit diesem Vertrauen konnte ich die Erkundung der Insel in vollen Zügen genießen. Ich hatte so eine Freude die Wege und Straßen entlang zu fahren und die Aussicht zu genießen und dabei den Fahrtwind zu spüren…

Jeder Spot – die kalkigen Steilwände dieser Insel waren für mich atemberaubend und ich verweilte immer für eine gewisse Zeit und sog so die ganze Natur förmlich auf. Ja so sehr, dass ich mich auch jetzt wieder wunderbar in die Situationen rein beamen kann und es liebe. Ein Ort war mein persönliches Highlight von Nusa Penida – vielleicht sogar von Bali:

Kelinking Beach.

Alles fing vor ein paar Jahren mit einem Foto im Internet an. Ich sah einen wunderschönen Strand – und sagte mir felsenfest – dort möchte ich irgendwann noch mal hin – definitiv! Erst lange Zeit nachdem ich meine Balireise gebucht hatte und mich vorfreudig auf meine Reise vorbereitete stellte ich eines Abends fest – hey dieser Strand ist ja auf Bali (genauer Nusa Penida). Als ich nun an diesem Spot ankam und das erste mal nach unten zum Strand sah war ich sehr dankbar. Der Weg zum Strand war sehr sehr beschwerlich – steile (Natur-)Stufen, teilweise Geländer aus Bambus – oder eben keine, und kein Schatten – und dazu kam: ich hatte mir leider die Mittagszeit (-hitze) ausgesucht. Ca. 1h Abstieg. Ich dachte bei jeder Stufe – wie soll ich hier wieder hoch kommen – die Menschen, die hochkamen sahen aus als ob sie aus einer Schlacht kamen. Nass von oben bis unten, sandig ohne Ende, und dreckige, schwarze Beine und Klamotten. Als ich später wieder oben ankam sah ich übrigens genauso aus, aber warum – dazu später mehr.

Angekommen am Strand war ich zwar extrem fertig und suchte schnell Schatten unter einer Palme.

Der Anblick dieser Bucht war atemberaubend – und das schönste was ich bis dahin je gesehen habe! Ein wunderschöner Strand, nur wenige Menschen. Ein atemberaubendes Meer. Ich brauchte nach dem Abstieg bestimmt in etwa eine Stunde Pause im Schatten um wieder etwas zu Kräften zu kommen. In dieser Stunde beobachtete ich die ganze Zeit die Wellen und die Badenden. Mein Bauchgefühl war hin und her gerissen dort schwimmen zu gehen, denn die Wellen waren heftig und vor allem die Unterströmung. Ich stellte in der Stunde leider auch fest dass die Wellen immer stärker wurden und immer weniger Leute ins Wasser gingen. Natürlich sah ich auch viele die von den Wellen weggerissen wurden, doch als später 2 Mädels einen guten Moment abpassten, “problemlos” ins Wasser kamen, da sagte mein Bauchgefühl – ok – jetzt rein mit Dir.

Es war heftig wie stark das Wasser nach jeder Welle wieder zurück ins Meer floß – es zog einem fast die Beine weg.

Dann kam der Moment und eine scheinbar “leichtere” Welle kam auf mich zu – ich rannte ihr entgegen und wollte durch tauchen. Dann war es erstmal lange Zeit dunkel. Ich war quasi in der Welle und diese zog mich einmal den Strand entlang. Keine Ahnung wie viel Mal ich mich in ihr drehte, rückblickend war es sicher gefährlich – aber erstaunlicherweise – war meine Gefühlslage in der Welle: aushalten und ruhig bleiben, das wird auch irgendwann vorbei gehen! Und so war es auch: nach 34 Sekunden und 50 m weiter am Strand kam ich wieder an die Luft, stand schnell auf (zugegeben etwas verwirrt) und rannte aus dem Meer. Mit leicht erhöhtem Puls 🙂 setzte ich mich in den Sand und wusste – das wird hier nix mit baden. Ich hatte meine Wasserkamera am Handgelenk – deshalb die Zeitangabe. Nach diesem Ereignis verweilte ich noch eine Zeit lang in der Bucht, sah der unberechenbaren Natur zu und trat später wieder den Aufstieg an. Ich bin ehrlich – viele Pausen waren nötig und ein starker Wille – denn es gab ja keine Alternative – man musste schließlich wieder hoch.

Oben angekommen setzte ich mich auf eine Treppe und dachte mir nur so – man oh man – hab ich je schon mal so etwas krasses erlebt? Glaube nicht 😉

Also warum sah man denn nun so aus: 1. der Wellengang schleuderte dir den Sand ÜBERALL hin (durch die Haare natürlich auch). Achso, es ist ein Naturstrand, keine Duschen, Bars, etc. vorhanden 2. Nass von oben bis unten? Klar – brütende Hitze und körperliche Höchstleistung musste eingesetzt werden. Die Stufen waren teilweise so weit auseinander, dass man schon einen Spagat hinlegen musste. Unmöglich für kleine Menschen! 3. der Dreck? Der Weg war voll davon und dadurch dass er so steil war musstest du dich teilweise mit deinen Beinen festklammern oder auf dem Po rutschen lassen.

Kelinkingbeach war heftig aber rückblickend eine wahnsinnig tolle Erfahrung und das schönste Fleckchen Erde, dass ich je gesehen habe. Und eine Empfehlung für Abenteuerlustige 🙂

Mehr zu Nusa Penida wird folgen, denn diese Insel faszinierte mich sehr und leistete rückblickend auch reichlich innere Arbeit in mir.

Bis bald

Melli

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